Hagelkorn und Gerstenkorn

Gerstenkorn (Hordeolum)

Dies ist meist eine akute eitrige Entzündung von Follikeln der Wimpern, konkret der Moll- oder Zeis-Drüsen. Die häufigste Ursache dafür sind Staphylokokken.

Die ersten Anzeichen sind ein Jucken und ein Druckgefühl am Rand des Augenlids. Darauf folgen eine Schwellung und Rötung sowie zum Schluss eine entzündliche Infiltration bis hin zum eitrigen Abszess. Subjektiv zeigen sich ein unangenehmes Gefühl oder Schmerzen beim Zwinkern. Innerhalb weniger Tage kann der Abszess nach außen vorstoßen.

Behandlung eines Gerstenkorns

Warme Kompressen beschleunigen die Entzündung und führen dazu, dass der Eiter von selbst abfließt. Nur in seltenen Fällen muss der Eiter mit einem Schnitt (chirurgischer Eröffnung) befreit werden. Nach dem Abfließen des Eiters empfehlen sich kalte Kompressen, die das Lid beruhigen. Bei einer größeren Reizung lässt sich die betroffene Stelle auch mit einem Antibiotikum oder Solfonamiden behandeln. 

Gerstenkorn

Hagelkorn

Hagelkorn (Chalazion)

Dies ist eine akute eitrige Entzündung der Meibom-Drüsen, die am Knorpelrand des Augenlids enden.

Die Symptome dieser Entzündung sind auffälliger als beim Gerstenkorn. Die betroffene Stelle rötet sich, schwillt an und schmerzt. Dabei können auch mehrere Drüsen gleichzeitig betroffen sein. Häufig sind zudem die jeweiligen dränierenden Lymphknoten (präaukuläre und submandibuläre) geschwollen. Die akute Entzündung kann in einen Abszess oder eine Phlegmone des Lids übergehen, und das auch in chronischer Form.

Die chronische Form des Hagelkorns (Meibom-Zyste) entsteht dadurch, dass die Mündung der Meibom-Drüse durch angesammeltes Sekret verstopft. Die Zyste ist nicht schmerzempfindlich, es ist nur eine Schwellung am Knorpelrand des Lids zu sehen. Beim Umklappen des Lids lässt sich eine Wölbung der Bindehaut erkennen, durch die ein lilarotes Granulom hindurchscheint.

Konservative Behandlung

Falls das Hagelkorn keine kosmetischen Beschwerden bereitet und von selbst heilt, muss nicht eingegriffen werden.

Soll das Auge an der entzündeten Stelle beruhigt werden, empfehlen sich kalte Kompressen; soll der entzündliche Prozess beschleunigt werden, dann werden warme Kompressen verwendet.

Ansonsten beruht die Behandlung normalerweise in der Anwendung von einem Antibiotikum oder von Sulfonamiden, kombiniert mit Kortikoiden in Tropfenform. Eine Injektion von Kortikoiden (bei Lokalanästhesie in das geschwollene Gewebe) wird nicht so häufig genutzt. Allgemein werden Antibiotika nur bei Rückfällen und bei jenen Patienten gebraucht, die noch unter weiteren Entzündungen von Fettdrüsen im Gesicht leiden (Acne rosacea oder Seborrhoische Dermatitis). Bei ihnen treten Hagelkörner häufiger und langwieriger auf.

Chirurgische Behandlung

Schlägt die konservative Behandlung nicht an, ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Unter Lokalanästhesie wird ein Einschnitt gemacht, und zwar am häufigsten von innen vertikal. Die entzündete Drüse kann dann mit einem chirurgischen Löffelchen gereinigt werden, danach wird die Stelle desinfiziert.