Linsenimplantation
FAQ
Falls Ihnen eine Monofokallinse ins Auge eingesetzt wird, dann ja. Der dioptrische Unterschied zwischen der Sicht in die Ferne und der Nahsicht beträgt normalerweise 2,5 Dioptrien. Wenn man also ohne Brille gut in die Ferne sieht, braucht man zum Lesen eine Brille mit +2,5 Dioptrien. Sieht man aber ohne Korrekturen in der Nähe gut, dann braucht man für die Sicht in die Ferne -2,5 Dioptrien.
Falls wir Ihnen eine Multifokallinse einsetzen, dann werden Sie die meisten Tätigkeiten problemlos ohne Brille meistern. Bei sogenannten phaken Linsen ist eine Brille nur bei einer weiteren Verschlechterung der Sicht nötig (Alterssichtigkeit – Presbyopie).
Die Linsenimplantate, die bei einem refraktiven Linsenaustausch eingesetzt werden, sind unbegrenzt haltbar. Gute Implantate behalten ihre optischen und biologischen Eigenschaften und müssen nicht ausgetauscht werden.
Nach dem Einsetzen einer phaken Linse lässt sich nicht ausschließen, dass sich die Weitsichtigkeit verstärkt. In einem solchen Fall wird meist mit einer Brille, mit Kontaktlinsen oder gegebenenfalls mit einer Laseroperation der Augen nachgebessert. Falls infolge der natürlichen Alterung des Auges (oder als eine der möglichen Komplikationen) ein grauer Star entsteht, dann muss die Linse entfernt und eine klassische Kataraktoperation durchgeführt werden.
Ein Linsenaustausch bei beiden Augen auf einmal ist nicht empfehlenswert. Meist werden zwei Eingriffe zu unterschiedlichen Terminen durchgeführt. Das erhöht die Sicherheit und Genauigkeit bei jeder OP. Der zeitliche Abstand zwischen beiden Operationen hängt vom ausführenden Arzt und von der Gesundheit des Patienten ab.
Nach einer Operation dauert es in der Regel nur einige Stunden oder wenige Tage, bis man wieder sehen kann (vorausgesetzt, dass das Auge ansonsten gesund ist). Das dauerhafte Ergebnis wird je nach Heilungsverlauf nach frühestens einer Woche, spätestens einem Monat erreicht.
Eine der möglichen Komplikationen besteht in einer Entzündung des operierten Auges, deswegen sollten die relativ strengen Hygiene-Vorschriften für die Zeit nach dem Eingriff und die ärztlichen Anweisungen genau beachtet werden. Normale postoperative Komplikationen sind Schwellungen, Blutungen und ein Ansteigen des Augendruckes. Die Komplikationen lassen sich aber behandeln, man muss allerdings rechtzeitig einen Arzt aufsuchen und mit der Behandlung beginnen.
Unabhängig von der Operation besteht die Möglichkeit, dass in der Zukunft die Netzhaut beziehungsweise der Sehnerv erkranken oder ein Krebsgeschwür entsteht. Deswegen muss der Zustand des Auges im Rahmen der regelmäßigen ärztlichen Kontrollen beobachtet werden, das heißt mindestens einmal im Jahr.
Der refraktive Linsenaustausch gilt als „Schönheitsoperation“, deswegen haben Patienten kein Anrecht auf eine Krankschreibung.
Bei einer refraktiven Operation erhalten tschechische Bürger von den gesetzlichen Krankenkassen keine Erstattung, das ist der Unterschied zu einer OP des Grauen Stars.
Wichtig ist, auf besondere Hygiene zu achten. Es besteht kein Risiko bei der Gesichtswäsche (außer bei kontaminiertem Wasser), man sollte aber für zwei bis vier Wochen auf das Schminken verzichten – dabei geht es vor allem um mögliche Reizungen beim Abschminken. Wasser, eventuell Wasser mit Seife oder Shampoo, reizen zwar das Auge, sind aber unschädlich. Bei phaken Linsen wird allerdings auf Längeres nicht empfohlen, das Auge zu waschen.
Körperliche Belastung wie Krafttraining, Schwimmen oder das Nachvornebeugen werden nicht empfohlen. Laufen auf weichem Untergrund und leichte sportliche Betätigung schaden aber nach der Operation nicht. Laufen auf hartem Untergrund sollte wegen der Erschütterungen für zwei bis vier Wochen ausgesetzt werden.
Auto zu fahren hängt von der Sehfähigkeit nach der Operation ab. Sieht der Patient gut, kann er bereits nach einigen Tagen sich wieder ans Steuer setzen. Falls die Sehfähigkeit noch durch eine Brille korrigiert werden muss, dann sollte dies abgewartet werden. Allgemein gilt, dass ein Autofahrer nur dann fahren darf, wenn sein Gesundheitszustand dies zulässt. Das bezieht sich auch auf die Sehfähigkeit. Bei Berufsfahrern (vor allem im Bereich Personenbeförderung) entscheidet der Arbeitgeber über die Rückkehr ans Steuer.
Fernseher und PC strahlen Licht ab und können blenden, ihre Helligkeit sollte gedämpft werden. Seien Sie vernünftig beim Fernsehschauen und der Arbeit am Computer: Sollte Sie dies ermüden, dann schalten Sie lieber ab!
Ein Problem kann sein, dass man Lichthöfe sieht (der sogenannte „Halo-Effekt“ im Auge) oder Strahlen um die Lichtquelle herum (sogenannter Burst-Effekt). Das hängt auch von der Wahl des Linsenimplantats ab. Allgemein gilt, dass diese Phänomene bei Monofokallinsen am geringsten sind. Sie lassen aber meist nach einiger Zeit nach, weil das Gehirn sich anpasst. Das Nacht- und Dämmerungssehen ist schon allein aufgrund der allgemeinen Physiologie des Auges verschlechtert (Tagsüber sehen wir wegen der Zapfen, in der Nacht durch die Stäbchen).
Bei einem phake Linsenimplantat, bei dem auch die ursprüngliche Augenlinse erhalten bleibt, lässt sich von einem natürlichen Alterungsprozess des Auges ausgehen. Das bedeutet, dass auch ein Grauer Star auftreten kann. Bei manchen Implantaten gehört ein Grauer Star aber auch zu den möglichen nachoperativen Komplikationen. In solch einem Fall wird die Linse herausgenommen und eine klassische Katarakt-Operation durchgeführt.
Bei einem refraktiven Linsenimplantat wird die ursprüngliche Linse entfernt, daher kann kein Grauer Star mehr entstehen. Es kann aber zu einem sogenannten Nachstar kommen Dieser entsteht durch die narbenartigen Änderungen der hinteren Anteile der verbliebenen Linsenkapsel. Das kann zum Phänomen nebligen Sehens führen. Das Problem lässt sich sofort durch Lasern oder einen chirurgischen Eingriff lösen.