Augenallergien haben vor allem in den vergangenen zehn Jahren zugenommen, und die Inzidenzen steigen weiter an. Mittlerweile gehen die Angaben dahin, dass bis zu 30 Prozent der Bevölkerung von ihr betroffen sind. Die Allergie kann in jedem Alter entstehen, am häufigsten geschieht dies jedoch in der Kindheit. Der zweite Höhepunkt der Erkrankung liegt zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Zu den Gründen für allergische Reaktionen gehören Umweltfaktoren, genetische Dispositionen, die Nutzung von Heilmitteln und Kosmetika, Kontaktlinsen und allgemein die Einnahme von Medikamenten. Die Allergene können saisonal (Pollen) oder ganzjährig (Tierhaare, Hausstaub oder Schimmel) auftreten. Reaktionen allergischer Art sind aber auch auf UV-Strahlung in natürlicher oder künstlicher Form (Solarium) möglich.
Augen, Nasenschleimhaut und Haut
Das betroffene Gewebe ist die Augenbindehaut, die das Auge zwischen Ober- und Unterlid abdeckt. Da äußere Einflüsse direkt auf die Bindehaut einwirken, ist sie – wie die Nasenschleimhaut – auch Antigenen ausgesetzt. Bei einer weiteren Form der Allergie ist die Haut betroffen, das ist die sog. Dermatitis. Die akuten Anzeichen einer solchen Erkrankung reichen von leichter Rötung und Hautschwellungen bis zu kleinen Pusteln. Bei ernsten Formen einer Dermatitis können auch nässende Blasen entstehen. Ist die Haut gerötet, kommt als weiteres Symptom meist noch das Jucken hinzu, bei Pusteln kann dies sogar schmerzhaft sein.
Wie kommt es zu einer allergischen Reaktion?
Das Prinzip einer allergischen Reaktion liegt darin, dass unser Körper bei einer vorangegangenen Begegnung mit dem jeweiligen Allergen spezifische Abwehrstoffe gebildet hat, die bei jedem weiteren Kontakt zu einer immer stärkeren allergischen Reaktion führen. Die gängigste Augenallergie ist die akute saisonale Konjunktivitis (allergische Bindehautentzündung), sie bildet 95 Prozent aller Fälle. Allergische Augenentzündungen treten auch als eigenständige Augenleiden auf, aber deutlich häufiger in Kombination mit weiteren Körperreaktionen. Dazu gehören Hautausschlag, der sehr unpopuläre Heuschnupfen, aber auch schwere Atemprobleme.
Was sind die Symptome einer Augenallergie?
Normalerweise führen eine Rötung und ein deutlicher Juckreiz an den Augen sowie eine größere oder kleinere Schwellung der Augenlider und der Bindehaut den Patienten zum Arzt. Gelangen die Allergene in größerem Maß an die Bindehaut, kann diese so sehr anschwellen, dass sie zwischen den Lidern hervortritt. In weiteren Fällen schließen die geschwollenen Lider gänzlich das jeweilige Auge. Weitere Symptome sind ein Brennen sowie das Gefühl, Sand oder einen anderen Fremdkörper im Auge zu haben. Dabei können die Augen unterschiedlich stark betroffen sein, das Jucken betrifft aber meist beide Seiten. Bei saisonalen Allergien schwanken die Symptome von Tag zu Tag, je nach Auftreten der Allergene.
Wie lassen sich allergische Reaktionen mindern?
Die ideale Form der Therapie ist eine Eliminierung der Allergene, die vor allem im frühen Stadium Erfolg zeigt. Nicht immer ist sie jedoch möglich. In der Praxis bedeutet dies, Schutzbrillen zu tragen, häufiger das Gesicht zu waschen und die Haare zu duschen.
Möglichkeiten der Behandlung und der Prävention
Pharmakotherapie bedeutet die punktuelle Anwendung von Arzneimitteln (Augen- und Nasentropfen) in ausreichendem Maß, wobei ungewünschte Nebenwirkungen minimiert werden.
Durch die örtliche Gabe von Antihistaminika werden die Geweberezeptoren besetzt und die Stimulation der Rezeptoren durch Histamin unterbunden. Damit werden die Anzeichen der allergischen Reaktion unterbunden, aber nicht auch ihre entzündliche Wirkung.
Stabilisatoren verhindern, dass die Auslöser der allergischen Reaktion wie Histamin freigesetzt werden. Sie müssen mehrere Wochen lang eingenommen werden, damit sich die Wirkung zeigt.
Kortikosteroide sind die stärksten Entzündungshemmer. Sie schränken die Produktion und Freisetzung vieler chemischer Mediatoren der Entzündung (z. B. Histamin, Prostaglandine oder Leukotriene) ein. Ihre entzündungshemmende Wirkung setzt schnell ein, aber es können unterschiedliche unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Daher werden bei den meisten Medikamenten, die in der Augenheilkunde zur Behandlung allergischer Reaktionen eingesetzt werden, die oben genannten Arzneiformen miteinander kombiniert.
Eine Immuntherapie besteht darin, das Immunsystem zu aktivieren oder mithilfe von Impfstoffen zu desensibilisieren. Diese Form der Behandlung eignet sich für eine präventive und längerfristige Therapie einer zuvor festgestellten Allergie.
Abschließende Empfehlung
Vermeiden Sie so gut wie möglich den Kontakt mit Allergenen. Im Fall des Auftretens einer allergischen Reaktion, die Ihnen akute Probleme bereitet, wenden Sie sich an einen Arzt. Haben Sie Fragen zu Augenallergien? Dann schreiben Sie uns, und wir beraten Sie.
