Makuladegeneration
Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine sehr schwere Erkrankung der Netzhaut und der Hauptgrund für schwere Sehverluste bei älteren Menschen. In entwickelten Ländern ist sie sogar der häufigste Grund für Blindheit. Frauen sind davon häufiger betroffen.
Bei der Makuladegeneration ist der sogen. Gelbe Fleck (zentraler Bereich der Netzhaut) betroffen. Die Erkrankung tritt in zwei Formen auf: trocken und feucht. Die feuchte Form schreitet schnell voran, dabei kann die Sehfähigkeit innerhalb weniger Wochen oder Monate verloren gehen. Bei zeitiger Diagnose lässt sich der Verlust des Augenlichts aber durch moderne Medikamente stoppen.
Die Erkrankung ist zunächst meist sehr unauffällig. Die Sicht ist dann erst einmal nur in der Dämmerung und der Dunkelheit schlechter, das Bild verschwimmt etwas, und die Farben sind nicht mehr so scharf wie früher. Vor allem jene, die eine Brille tragen, schreiben die ersten Anzeichen einer altersabhängigen Makuladegeneration häufig einer normalen Verschlechterung der Dioptrienzahl zu.
Die ersten subjektiv bemerkbaren Symptome einer altersabhängigen Makuladegeneration sind verschwommenes Sehen, ein grauer Fleck im zentralen Bereich des Sehens, ungewöhnlich unscharfes oder gewelltes Bild sowie verbogene Linien oder verbogene Buchstaben. Schon ab dem Beginn der Erkrankung verlieren die Betroffenen die Fähigkeit zu lesen, bekannte Gesichter zu erkennen und Farben zu unterscheiden, zudem nehmen sie alle Umrisse nur noch verformt wahr.
Trockene Form der AMD
Die trockene Form der AMD zeigt sich in der Unfähigkeit, jene Bereiche scharf zu sehen, auf die man seinen Blick konzentriert. Die Mitte des Sichtbildes ist verschwommen, peripheres Sehen ist aber weiterhin möglich. In der fortgeschrittenen Phase der Krankheit sieht man im zentralen Bereich des Blickfeldes nur noch einen grauen oder schwarzen Fleck.
Feuchte Form der AMD
Im Frühstadium der feuchten AMD-Form sieht man die Dinge verschwommen oder deformiert. Bei dieser Variante der Makuladegeneration erscheinen einem Buchstaben oder gerade Linien manchmal gewellt oder beweglich. Die feuchte Form schreitet schnell voran, deswegen sollte man den Besuch eines Arztes nicht hinauszögern.
Die altersabhängige Makuladegeneration betrifft zunächst häufig nur ein Auge, was das eigene Erkennen der Symptome erschwert. Die meisten Patienten kommen erst im fortgeschrittenen Stadium auf die Möglichkeit einer AMD, dann ist die Makula der Netzhaut bereits stark geschädigt und das Sehvermögen unumkehrbar eingeschränkt. Manchmal wird die Erkrankung aber auch zufällig bei einer Augenuntersuchung festgestellt. Das zweite Auge ist meist nach einigen Jahren ebenfalls betroffen, wobei das Risiko mit jedem Jahr um zehn Prozent ansteigt. Nach fünf Jahren ist also das zweite Auge bei der Hälfte der Patienten ebenfalls erkrankt und nach zehn Jahren nahezu bei jedem.
Behandlung
Die Makuladegeneration gehört leider zu jenen Krankheiten, die sich auch mit modernen Methoden nicht vollständig heilen lassen. Dennoch kann man den Verlauf bis zu einem gewissen Grad beeinflussen und ein Fortschreiten der Krankheit verhindern. Durch die Behandlung wird allerdings das normale Sehvermögen nicht wiederhergestellt. Um ein Erblinden zu verhindern, müssen die Patienten rechtzeitig einen Arzt aufsuchen bzw. regelmäßig zu präventiven Kontrollen gehen, bei denen mögliche Veränderungen der Netzhaut erfasst werden können.
Trotz der heutigen Fähigkeiten der Medizin gibt es bisher keine Heilung für die trockene Form der Makuladegeneration, die Ärzte empfehlen aber Nahrungsergänzungsmittel mit Lutein, Vitamin E und Zink. Die feuchte Form kann hingegen mit biologischen Präparaten – Anti-VEGF-Injektionen – beeinflusst und wirksam gestoppt werden. Durch die Behandlung werden das Wachstum neuer Blutgefäße sowie Blutungen und Schwellungen unterbunden, und die Sehschärfe verbessert sich deutlich. Die Injektionen sind schmerzfrei, sie werden unter örtlicher Betäubung des Auges verabreicht. Bei einigen Patienten verbessert sich infolge der Behandlung das Sehvermögen wieder, bei der großen Mehrheit wird dadurch der Zustand der Netzhaut stabilisiert, das heißt er verschlechtert sich nicht weiter.
Die Möglichkeiten einer Behandlung der Makuladegeneration sind begrenzt, deswegen raten die Fachleute, an die Prävention zu denken, mit deren Hilfe die Folgen einer solchen Erkrankungen bis zu einer gewissen Weise reduziert werden können. Wichtig ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Antioxidantien. Wir empfehlen, auf die Ratschläge der Ärzte zu hören und das Rauchen einzuschränken, die Augen vor der Sonne zu schützen und bei einer Katarakt-Operation und ähnlichen Eingriffen sich für Kunstlinsen mit gelbem Filter zu entscheiden. Diese schützen die Netzhaut.