30 Jahre seit der ersten LASIK-Operation von Dr. Petr Novák

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30 Jahre seit der ersten LASIK-Operation von Dr. Petr Novák

30 Jahre seit der ersten LASIK-Operation von Dr. Petr Novák

Diesen Monat erinnern wir an ein bedeutendes Jubiläum: 30 Jahre seit der ersten Laser-Augen-Operation mit der LASIK-Methode, die unser Chefarzt Dr. Petr Novák durchgeführt hat. Dieser Eingriff war nicht nur ein Meilenstein in der Karriere des Chefarztes, sondern auch in der Geschichte der refraktiven Chirurgie in Tschechien. 1995 handelte es sich um eine bahnbrechende Methode, die den Weg zu einer modernen, präzisen und sicheren Behebung von Sehfehlern ebnete. 

Zu diesem Jahrestag haben wir mit Dr. Novák über seine erste LASIK-Operation, die damaligen Anfänge der Laser-Technologie und die Entwicklung der Augen-Chirurgie in den vergangenen drei Jahrzehnten gesprochen.

 

Was waren die Umstände, unter denen Sie 1995 Ihre erste LASIK-Operation durchgeführt haben? 

„Damals waren Excimer Laser-Operationen noch nicht gängig. Ab 1993 bot nur eine einzige Privatklinik in Prag auch Eingriffe mit dem PRK-Verfahren an. Mit der LASIK-Methode wurde hingegen nur an einigen wenigen Orten in Europa operiert – und in den USA war dieses Verfahren noch nicht einmal zugelassen. 

Im August 1995 habe ich zusammen mit einigen Kollegen an einer Spezialschulung bei der Firma Technolas in München teilgenommen. In der Folge wurde im September des Jahres an der Augenklinik des Universitätskrankenhauses im Prager Stadtteil Vinohrady das Technolas-116-System installiert, und so entstand ein refraktives Laser-Zentrum unter dem Namen ELAS. 

Die ersten Eingriffe haben wir also mit der damals gängigen PRK-Methode durchgeführt. Das Wichtigste kam aber im Oktober: die erste Operation mit der LASIK-Methode.“ 


Wie erinnern Sie sich an den Tag, hat bei Ihnen die Nervosität überwogen oder eher
die Begeisterung? 

„Ich war sehr froh, dass gerade mir die überhaupt erste Operation anvertraut wurde. Die Nervosität war überall um uns zu spüren, zugleich wusste ich, dass ich Teil von etwas Wunderbarem sein werde.“ 


Erinnern Sie sich an die Reaktion des Patienten und des Teams nach dem Eingriff?
 

„Wie ich mich Ich erinnere, erfuhr der Patient erst nach dem Eingriff, dass er der historisch erste war, bei dem diese Methode angewandt wurde. Das hatten wir bewusst so entschieden – denn uns war klar, dass die Information, es handle sich um den überhaupt ersten solchen Eingriff, unnötige Nervosität hätte verursachen könne. Und das wünscht sich niemand in solch einem Moment.“ 


Was war damals an der Laser-Technologie das bahnbrechendste?
 

„Bei der PRK-Methode dauerte die Heilung und die Rekonvaleszenz etwa drei Monate. Zunächst wurde ein Auge operiert, und erst einige Monate später dann das andere. Demgegenüber ermöglichte die LASIK-Methode den Eingriff an beiden Augen auf einmal, wobei der wichtigste Abschnitt der Heilung bereits am zweiten Tag danach abgeschlossen war und die Patienten praktisch sofort wieder in ihren Alltag zurückkehren konnten. Das war wirklich etwas Außergewöhnliches.“ 


Was bedeutet es Ihnen, dass schon 30 Jahre vergangen sind seit Ihrer ersten
LASIK-Operation? 

„Zumindest heißt das, dass ich schon einiges hinter mir habe. Aber jetzt im Ernst: Die Tatsache, dass die LASIK-Methode auch 30 Jahre später noch angewandt wird – wenn auch mit Verbesserungen in einigen Details – zeugt von ihrer außergewöhnlichen Qualität. Es ist einfach ein geniales Konzept.“ 


Gibt es einen Moment in Ihrer Karriere als Arzt, der Ihnen am meisten im Gedächtnis
geblieben ist? 

„Den erlebe ich jede Woche von Neuem. Mein Privileg ist, und das lasse ich mir nicht nehmen, die Patienten gleich am ersten Tag nach der Operation zu kontrollieren. Es ist wundervoll, ihre immer gleichen, beeindruckten Worte zu hören: ‚Seit dem Moment, da ich die Augen aufgemacht habe, sehe ich wieder – Haare auf dem Boden oder Aufschriften, deren Existenz ich nicht einmal geahnt habe …‘“ 


Wie fühlen Sie sich, wenn ein Patient nach einem Eingriff erstmals scharf sieht?
 

„Toll ist, dass die meisten Patienten den Unterschied fast sofort merken – schon direkt im OP-Saal, unmittelbar nach dem Eingriff. Es ist eine Freude mitzubekommen, wie ihre Nervosität vor der Operation von Erleichterung und Begeisterung abgelöst wird.“ 


Wie sehr hat sich die Technologie und das eigentliche Vorgehen seit den ersten
LASIK-Eingriffen bis zu heutigen Methoden wie zum Beispiel DESIGN iLASIK verändert? 

„Das Prinzip ist dasselbe geblieben, es handelt sich um eine Korrektur der Hornhautkrümmung mithilfe eines Excimerlasers unter der Lamelle. 

Als ich damit begann, wurde die Lamelle mechanisch durch ein Mikrokeratom mit einer oszillierenden Klinge geformt. Heute entsteht sie weitaus sicherer und genauer mithilfe eines

Femtosekundenlasers. Auch der Laser-Eingriff an sich hat sich gewandelt. Die Breite des Laserstrahls kann heutzutage variiert werden, das ermöglicht uns, auch schwierigere und ungleichmäßige Formen der Hornhaut mit großer Genauigkeit zu modellieren. 

Die Technologie iDESIGN iLASIK ist ein Beispiel für die allerneueste Herangehensweise: Zunächst werden alle Abbildungsfehler auf dem Auge im Detail analysiert, und davon ausgehend wird eine optimale Form der Hornhaut vorgeschlagen. Diese wird dann präzise mithilfe eines Excimerlasers hergestellt.“ 


Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Blick der Öffentlichkeit auf das Augenlasern in
den vergangenen 30 Jahren verändert? 

„Ich denke, für eine Mehrheit der Patienten ist das Augenlasern zu einer normalen Methode geworden, um ein Leben ohne Brille zu erreichen. In den drei Jahrzehnten haben ihrer dank hierzulande mehrere Tausend Menschen „den Durchblick bekommen“, und sie sind so etwas wie die lebende Reklame für diese Technologie. 

Dennoch erstaunt mich, dass einige Kollegen weiterhin reserviert und ungläubig sind gegenüber der refraktiven Chirurgie, was aus meiner Sicht unverständlich ist.“ 


Was würden Sie als die größte Errungenschaft in Ihrem Metier in den vergangenen
drei Jahrzehnten ansehen? 

„Mit Sicherheit die ständige Weiterentwicklung der Operationsmethoden und die bedeutende Erweiterung der Möglichkeiten, um praktisch jeden Sehfehler effektiv zu beheben. Deswegen können wir den Patienten mittlerweile deutlich genauere und schonendere Eingriffe als früher anbieten.“ 


Wohin wird sich Ihrer Meinung nach die Augenchirurgie in den nächsten zehn bis
zwanzig Jahren entwickeln? 

„Für die kommenden zehn bis zwanzig Jahre erwarte ich zum einen, dass die bestehenden Methoden vervollkommnet werden, und zum anderen die Erfindung völlig neuer Technologien. Welche das sein werden? Da dürfen wir uns überraschen lassen.“ 


Was würden Sie sich wünschen, das einmal möglich sein sollte und bisher nicht
machbar ist? 

„Die moderne Medizin muss vor allem im Kontext der Prävention verstanden werden. So wird daran gearbeitet, schon im Kindesalter die Entwicklung gewisser Sehfehler zu verhindern – und das wäre wirklich ideal.“ 


Was gefällt Ihnen auch nach so vielen Jahren an Ihrer Arbeit noch und motiviert Sie?

„Ab dem Moment, da ich mit der Medizin begonnen habe, war mein Traum zu operieren. Das Operieren hat seinen besonderen Charme, weil man das Ergebnis seiner Arbeit relativ schnell und direkt sieht. Zugleich trägt man eine riesige Verantwortung für das Schicksal der Menschen, und das gibt der Arbeit einen tieferen Sinn.“ 


Was würden Sie jungen Ärzten raten, die sich gerade auf den Weg der Augenchirurgie
begeben? 

„Zur unersetzlichen Geschicklichkeit sollte man auch ein nicht unbedeutendes Maß an Geduld und Demut mitbringen. Dann erleben die jungen Kollegen auch das wunderbare Gefühl, dass jemand mit ihrer Hilfe sehend wird.“