Augenkrankheiten bei Kindern

Home / Neuigkeiten / Augenkrankheiten bei Kindern
Augenkrankheiten bei Kindern

Augenkrankheiten bei Kindern

Kann Ihr Kind sich nicht konzentrieren, klagt über Kopfschmerzen und reibt sich häufig die Augen? Dies sind nur einige Syndrome, die Eltern aufhorchen lassen sollten, ob etwas mit der Sehfähigkeit ihres Nachwuchses nicht in Ordnung ist. Angeborene und erworbene Augenfehler, die nicht erkannt und behandelt werden, können sich bei Kindern weiter verschlechtern und im Erwachsenenalter fatale Folgen für sie haben.

Chefarzt Dr. Petr Novák, unser vorrangiger Augenspezialist, betont, dass auch Kinder – für viele sicher überraschenderweise – an Augenkrankheiten leiden können, die wir in unseren Vorstellungen eher mit dem höheren Alter in Verbindung setzen: Grauer und Grüner Star. Beim angeborenen Grauen Star (Katarakt) handelt es sich um eine Schädigung der Linse in einem oder in beiden Augen. Ursachen dafür können eine Fiebererkrankung sein, eine Infektion der Mutter in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft oder Vorerkrankungen dieser Art in der Familie, aber auch unbekannte Gründe. Die Katarakt zeigt sich in einer Trübung der Linse in der Sichtachse und wird meist bei der gängigen Untersuchung des Kindes nach der Geburt entdeckt (in Tschechien ist die Vorsorge in diesem Bereich weltweit erstklassig). Je nach Stärke der Trübung und abhängig davon, ob nur ein Auge oder beide betroffen sind, wird das weitere Vorgehen festgelegt. Bei einer einseitigen soliden Trübung wird noch in den ersten Monaten nach der Geburt eine Operation durchgeführt. Bei einer beidseitigen oder geringeren Trübung lässt sich der Eingriff auch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Ein Grüner Star (Glaukom) kann bei einem Kind ebenso aufgrund von Vererbung entstehen, aber gleichfalls durch besondere strukturelle und anatomische Veränderungen des Auges, bei denen sich im Augapfel Flüssigkeit ansammelt. Dadurch erhöht sich der Augeninnendruck, der sich auf die Strukturen im Augeninneren überträgt und zu einem Absterben der Nervenfasern in der hinteren Augenkammer führt. Die dadurch entstehenden Beschwerden können dauerhaft sein, deswegen sollte das Glaukom rechtzeitig erkannt werden. Die Behandlung besteht aus dem sofortigen Einsatz von Medikamenten oder einem chirurgischen Eingriff.

Am häufigsten sind bei Kindern Refraktionsfehler, die schon in der frühen Kindheit entstehen können. Sie zeigen sich als Probleme beim Spielen, falscher Einschätzung von Entfernungen, das Kind stößt sich an Gegenständen, kann Formen nicht unterscheiden und tut sich schwer, Spielzeug aufzuheben. In der Regel kommt Eltern beim Beobachten dann etwas verdächtig vor, sie sollten dann den Kinderarzt darauf aufmerksam machen. Oder der Kinderarzt stellt dies selbst bei einer der Vorsorgeuntersuchungen fest. Darauf sollte eine Untersuchung bei einem Augenarzt für Kinder folgen, der dann bei einem tatasächlichen Augenfehler eine Diagnose erstellt und eventuell eine Brille oder eine andere Art der Korrektur vorschlägt. Es gibt drei Arten von Refraktionsfehlern: Kurzsichtigkeit (der Fehler wird mit Minus-Gläsern oder Kontaktlinsen korrigiert), Weitsichtigkeit (der Fehler wird mit Plus-Gläsern oder Kontaktlinsen korrigiert) oder Astigmatismus (wird mit zylindrischen Gläsern oder torischen Kontaktlinsen korrigiert). Werden solche Fehler nicht korrigiert, besonders wenn nur ein Auge betroffen ist, dann kann dies zu Schwachsichtigkeit führen.

Schwachsichtigkjeit (Amblyopie) ist in der englischsprachigen Fachliteratur unter dem Begriff „lazy eye” bekannt, also faules Auge. Es handelt sich um eine Schädigung des Formensehens, die in der Kindheit meist infolge Schielens, hoher Sehfehler, Anisometropie (seitenungleicher Brechungsfehler) oder anderer Erkrankungen (z. B. ein angeborener grauer Star) entsteht. Die Sehfunktionen bilden sich bei Kinder zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr heraus, und jegliche Hürde für ein normales Funktionieren des Auges in der frühen Kindheit kann die Funktionen dauerhaft schwächen. In der Praxis heißt das, dass ein schwachsichtiges Auge auch mit den besten Korrekturmöglichkeiten (Brille oder Kontaktlinsen) nicht dieselbe Sehschärfe erreichen kann wie ein gesundes Auge. Dies schränkt auch den möglichen Effekt einer Augen-OP ein, denn diese kann zwar Sehfehler beheben, aber keine Amblyopie.

Beim Schielen (Strabismus) weicht ein Auge zeitweilig oder dauerhaft von der normalen Parallelstellung ab. Es entsteht meist infolge einer angeborenen beziehungsweise erworbenen Sehstörung des Auge oder der Muskeln. Je nach Stärke der Sehschädigung weicht nur ein, oder es weichen beide Augen von der Achse ab. Bei jedem Patienten mit solchen Problemen muss eine spezielle strabologische Untersuchung durchgeführt werden. Denn es bestehen bestimmte Zusammenhänge zwischen der Augenstellung und dioptrischen Fehlern. In bestimmten Fällen kann das Schielen verschwinden, wenn der Sehfehler behoben wird. In anderen Fällen kann die Behebung des Sehfehlers bedeuten, dass sich das Schielen sogar verstärkt oder ein sehr unangenehmes Doppeltsehen (Diplopie) entsteht.