Hürdenläuferin Nikoleta Jíchová sieht scharf

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Hürdenläuferin Nikoleta Jíchová sieht scharf

Hürdenläuferin Nikoleta Jíchová sieht scharf

Nikoleta Jíchová gehört zu den größten Persönlichkeiten der tschechischen Leichtathletik. Ihre Disziplin sind 400 Meter Hürden, und das erfordert nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Präzision, Konzentration und psychische Belastbarkeit. In den vergangenen Monaten hat Nikoleta Jíchová wegen einer Knieverletzung eine schwierige Zeit durchgemacht. Die Verletzung hat sie ausgebremst und bedeutete, dass sie in sich gehen und den eigenen Körper sowie ihre Gesundheit neu wahrnehmen musste. Im Interview erzählt die Leichtathletin von ihren sportlichen Zielen, dem inneren Gleichgewicht und davon, welche Rolle in ihrem Leben eine Laser-Operation der Augen gespielt hat.

Nikoleta, du bist eine der schnellsten 400-Meter-Hürdenläuferinnen Tschechiens. Was bedeutet diese Disziplin für dich, und warum hast du eine solch starke Beziehung zu ihr?

„Mir gefällt an dieser Disziplin vor allem die Herausforderung. Zum einen ist dies die physische Seite, denn es handelt sich um die längste Sprintstrecke, die besonders weh tut. Zum anderen geht es um die psychische Seite, weil zehn Hürden vor mir stehen, die ich überwinden muss und denen ich nicht ausweichen kann. Und selbst wenn ich eigentlich nicht mehr kann, muss ich weiterlaufen und mich auf die Überwindung der nächsten Hürde konzentrieren.“

Du hattest jetzt eine schwierige Zeit mit einer Knieverletzung. Wie schwer war es, herunterzuschalten und sich auf die Wiederherstellung der Gesundheit zu konzentrieren? Hat dies deinen Blick auf den Sport, deinen Körper und deine eigenen Grenzen irgendwie verändert?

„Die schwere Verletzung hat mich viel Geduld gelehrt, ich habe mir die Prioritäten in meinem Leben bewusstgemacht und meinen Willen gestärkt. In der Rehabilitation habe ich einige interessante Menschen kennengelernt, die mich nicht nur professionell, sondern auch persönlich bereichert haben. Zudem hatte ich Zeit für Dinge, die im Wettkampfstress zu kurz kommen – wie zum Beispiel eine Laser-Operation meiner Augen. 🙂“

Welches sind deine nächsten sportlichen Ziele? Gibt es etwas, auf das du dich in der neuen Saison am meisten freust?

„Mein größtes Ziel sind derzeit die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham, die im August dieses Jahres stattfinden.“ 

Der Spitzensport wirkt häufig wie eine Welt des Leistungsdrucks. Wie kommst du zu Ruhe und Gelassenheit?

„Ich habe die stoische Philosophie gerne, vor allem Mark Aurel – seine Gedanken haben es mir sehr angetan. Aber ich finde meine Ruhe auch im Malen und in der Kunst.“

Wann wurde Dir bewusst, dass dich deine Dioptrien im Alltag oder im Sport einzuschränken beginnen?

„Ich habe am Abend, nachdem ich meine Kontaktlinsen herausgenommen hatte, häufig unter trockenen Augen gelitten. Außerdem reise ich viel, und manchmal habe ich die Kontaktlinsenflüssigkeit zu Hause vergessen, bin dann im Hotel herumgerannt und habe überall danach gefragt.“ 

Hattest du vor dem Eingriff irgendwelche Befürchtungen? Was hat dich am meisten beruhigt?

„Ich habe mich natürlich schon gefürchtet, ob die OP auch gelingt. Der Chefarzt hat mir aber das ganze Vorgehen erläutert, mich auf jeden Schritt vorbereitet. Und mit seiner Aura hat er mein 100-prozentiges Vertrauen gewonnen, sodass ich mich auf den Eingriff sogar ausgesprochen gefreut habe.“ 

Erinnerst du dich an den Moment, als dir bewusst wurde: „Wow, ich kann wirklich sehen?“ Was für ein Gefühl war das?

„Das war gleich am Morgen danach, als ich die Augen geöffnet habe und nicht mehr verschwommen gesehen habe. Ein göttliches Gefühl.“

In was hat die Operation deinen Alltag am meisten verändert? Gibt es einen gewöhnlichen Moment (morgens nach dem Aufwachen, Reisen…), den du jetzt mehr genießen kannst als früher?

„Am meisten die erwähnten Morgen, wenn ich in der Routine weniger Arbeit habe. Oder auch wenn ich in der Nacht und bei langen Reisen klar sehe, im Flugzeug keine trockenen Augen habe und nicht ewig die Brille suchen muss.“

Spürst du den Unterschied auch beim Sport, zum Beispiel in der Sicherheit, in der Wahrnehmung des Raumes, bei der Konzentration?

„Wenn ich mit Kontaktlinsen längere Zeit auf einen Punkt geschaut habe, musste ich mehrfach blinzeln, das belastet mich heute nicht mehr.“

Die Pflege des Körpers ist im Leistungssport eine Selbstverständlichkeit. Wie kümmerst du dich allgemein um deine Gesundheit?

„Genauso konsequent. Ohne Gesundheit kann man keinen Sport betreiben, und schon gar keinen Leistungssport. Ich achte auf regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, esse gesund und ausreichend, gebe meinem Körper die nötige Zeit zur Regeneration und gehe regelmäßig zu Bluttests.“

Viele Menschen haben Angst vor einer Laser-Operation der Augen. Was würdest du jemandem sagen, der über eine solche Operation nachdenkt, aber weiter zögert?

„Die Ängste sind natürlich. Die Augen sind für uns unglaublich wichtig. Das A und O sind die Wahl der Klinik und des Personals. Ich hatte das große Glück eines maximal professionellen Umfelds und wunderbaren Personals. Die angenehme Atmosphäre, die persönliche und dennoch sehr professionelle Art der Kommunikation haben nicht nur meinen Sehfehler behoben, sondern auch schöne Erinnerungen hinterlassen.“