
Das Pterygium ist eine degenerative Erkrankung der Bindehaut. Im Normalzustand ist die Bindehaut glatt und durchsichtig, sie bedeckt die Augenoberfläche und die Innenseiten der Lider. Symptomatisch für ein Pterygium ist, dass das Bindehautgewebe über den Rand der Hornhaut hinauswächst. Die Wucherung kann im Laufe des Lebens größer werden, aber auch stagnieren. Manchmal ist nur ein Auge von der Krankheit betroffen, in anderen Fällen aber beide. Häufig gibt es beim Pterygium Rückfälle, außerdem sind Männer stärker betroffen.
Ein Pterygium muss nicht prinzipiell Probleme verursachen. Größere Wucherungen, die aber bis in die Mitte der Hornhaut reichen, mindern die Sehschärfe. Man fühlt dann ein Ziehen und einen Druck im Auge, verbunden mit weiteren unangenehmen Symptomen wie anhaltenden Reizungen, Rötungen und dem Eindruck, man habe einen Fremdkörper im Auge. Das kann jeden treffen, der viel Zeit im Freien verbringt. Denn die Hauptursache ist, dass die Bindehaut anhaltend ultravioletter Strahlung ausgesetzt ist. Dazu kommen trockene Augen und Reizfaktoren wie Staub und Wind. Die Amerikaner nennen dies dann übrigens „Surfer-Auge“, das ist die am häufigsten betroffene Gruppe an Menschen.
Behandlung
Bei leichten Beschwerden ist kein chirurgischer Eingriff nötig, man sollte aber einen Spezialisten kontaktieren. Dieser kann bei eventuellen unangenehmen Symptomen bestimmte Gleitmittel oder kortisonhaltige Präparate verschreiben, mit denen sich Rötung, Juckreiz, Schwellungen und Augenschmerzen behandeln lassen. Manchmal sind Tropfen mit Mitomycin (ein Stoff, der weiteres Wachstum verhindert) indiziert.
Falls das Pterygium unangenehme Folgen hat oder die Sicht beeinträchtigt, ist eine chirurgische Exzision (Herausschneiden) empfohlen. Diese wird bei örtlicher Betäubung vorgenommen und dauert maximal 30 Minuten. Bei wiederkehrenden Formen muss kurzzeitig am Ende der OP auch Mitomycin appliziert werden. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind auch hier Komplikationen möglich. Am häufigsten sind eine hervorgerufene aggressivere Wucherung, Astigmatismus oder Narben auf der Hornhaut. Deswegen sollte eine OP immer gut abgewogen werden.

Pterygium – Einwachsen von Bindehautgewebe über den Hornhautrand hinaus

Bereitet häufig keine Beschwerden, ausgeprägte Formen mindern aber die Sehschärfe, sie rufen ein Gefühl von Ziehen und Drücken hervor.
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OP-Modus
Die hier beschriebene Technik eignet sich für unkomplizierte Formen des Pterygiums. Der Eingriff erfolgt bei Lokalanästhesie, dabei werden Augentropfen und kleine Mengen eines Anästhetikums unter die Bindehaut gespritzt. Zunächst wird der Kopf des Pterygiums vom Hornhautgewebe gelockert. Dann wird der Pterygium-Körper chirurgisch beseitigt, indem alles Bindehautgewebe, das Adern enthält und vernarbt ist, weggeschnitten wird. Dann wird die ganze freigelegte Oberfläche mit einem Lappen aus dem angrenzenden gesunden Bindehautgewebe bedeckt und mit einigen Stichen vernäht.
Das Pterygium tendiert zu Rezidiven, kehrt also wieder. Dabei ist die Wucherung meist aggressiver als zuvor, und es steigt die Gefahr von Vernarbungen der Bindehaut und der Hornhaut. Das Risiko von Rezidiven steigt mit jeder weiteren Operation. Außerdem steht bei nachfolgenden Eingriffen immer weniger Gewebe zur Verfügung, mit dem die defekten Stellen bedeckt werden können. Des Weiteren erhöht sich die Gefahr von Infektionen.
Nach der Operation werden zwei bis drei Wochen lang Antibiotika- und Steroid-haltige Tropfen verabreicht. Die Steroide müssen noch weitere acht Wochen lang genommen werden.
Pterygium und Prävention
Bis zu einem gewissen Grad lässt sich ein Pterygium verhindern. Dazu sollten Sie gute Brillen tragen, die ultraviolettes Licht A (UVA) und B (UVB) filtern. Denken Sie auch daran, dass selbst Wolken (am Meer und hoch in den Bergen) die Strahlung nicht abhalten. Eine ausreichend große und gut sitzende Brille hält zudem Staub und Wind vom Auge fern. Fachleute empfehlen zudem, einen größeren Hut zu tragen oder eine Schirmmütze, die Ihre Augen vor der UV-Strahlung schützt. Verwenden Sie zudem sogenannte künstliche Tränen (gegebenenfalls Augentropfen mit UV-Film), um die Augen auch bei trockenem Klima feucht zu halten.