
Behandlung einer rezidivierenden Hornhauterosion
Bei einer rezidivierenden Hornhauterosion ist die Verbindung zwischen den äußeren Schichten der Hornhaut (Schicht der Epithelzellen) und der Basalmembran (Bowman-Schicht) unterbrochen. Die Patienten leiden dabei unter unerträglichen Schmerzen, denn durch das Abkappen der Epithelzellen sind die empfindlichen Nervenenden in der Hornhaut freigelegt.
Zu den Symptomen gehören sich wiederholende akute Schmerzattacken im Auge, das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge und Photophobien (Licht-Überempfindlichkeit). Zu diesen Symptomen kommt es häufig während des Schlafs (als Folge spontaner Augenbewegungen), nach dem Aufwachen und nach dem Augenreiben.
Viele Patienten hatten kurz zuvor eine Hornhautverletzung (Abschürfung oder Fremdkörper), aber auch eine Dystrophie der oberen Hornhautschichten ist als Ursache möglich. Zudem können solche Erosionen in der Folge weiterer Hornhauterkrankungen entstehen.
Grundsätzliche Prävention ist die Vermeidung von Augenverletzungen. Wir empfehlen überall dort eine Schutzbrille zu tragen, wo solche Verletzungen drohen. Dazu gehört vor allem die Gartenarbeit, besonders beim Schneiden von Bäumen und Büschen. Dasselbe gilt für handwerkliche Tätigkeiten, bei denen Fremdkörper ins Auge geraten können. Ein Kapitel für sich sind Kontaktsportarten und das Spielen mit Kindern.
Bei einer Erosion durch eine Primärerkrankung der Hornhaut hilft nur eine rechtzeitige Diagnose und die vom Arzt angeordnete Behandlung.
Präventive Behandlung
Im akuten Stadium werden am besten therapeutische Verbandslinsen eingesetzt, und zwar bis zum vollständigen Abheilen der Krankheit. Im Anschluss empfehlen wir, tagsüber langfristig und konsequent Augentropfen zur Befeuchtung einzusetzen. Wie häufig die Tropfen genommen werden sollten, ist individuell unterschiedlich: am häufigsten drei bis fünf Mal am Tag, einige Patienten müssen diese aber auch in der Nacht einsetzen.
Beim Sicca-Syndrom (trockene Augen) lässt sich im Rahmen der Prävention ein Tränenpunktverschluss einsetzen. Falls wir herausfinden, dass die Augenlider im Schlaf nicht vollständig schließen, empfiehlt sich eine Augenabdeckung.
Chirurgische Behandlung einer rezidivierenden Hornhauterosion
- Alkohol-Abrasio
Falls an der Augenoberfläche wiederholt ein Defekt (Erosion) entsteht, bietet sich eine sog. Epithel-Abrasio an.
Dabei handelt es sich um einen kleinen chirurgischen Eingriff, der im OP-Saal bei topischer (Oberflächen-) Lokalanästhesie durchgeführt wird. Zunächst wird das Operationsfeld desinfiziert, dann erfolgt der Eingriff mithilfe eines Spezialmessers (Hockeymesser), wobei das Epithel im gesamten Umfang abgetragen wird. Danach nutzen wir die Wirkung konzentrierten Ethylalkohols, der den Bereich perfekt von den ursprünglichen Hornhautschäden reinigt. Dadurch wird die Bildung von wasserabweisenden Flecken verhindert, die durch die fettigen Bestandteile des Tränenfilms entstehen können oder durch die Nutzung von Augencremes.
Die behandelte Hornhaut wird zum Schluss für zwei bis vier Wochen mit einer therapeutischen Verbandslinse bedeckt. In dieser Zeit nutzt der Patient zudem antibiotische Augentropfen. In den ersten zwei bis drei Tagen ist der Heilungsprozess relativ schmerzhaft. Wenn die Verbandslinsen herausgenommen wurden, folgt das klassische Vorgehen zur Erosionsprävention, das heißt die Anwendung von Lubrikantien.

Rezidivierenden Hornhauterosion

Phototherapeutische Keratektomie (PTK)
Füllen Sie bitte das folgende Formular aus, und wir antworten Ihnen so bald wie möglich mit einem Terminvorschlag.
- Hornhautstichelung
Dieser Eingriff wird in der Klinik unter einer Spaltlampe durchgeführt. Er eignet sich bei Erosionen an den Rändern der Hornhaut. Die Hornhaut wird im Bereich des abgelösten Epithels bei Lokalanästhesie mit einer sehr feinen Nadel gepikst. Eine modernere Form dieser Behandlungsart ist die Nd:-YAG-Laser-Mikropunktion. Bei dieser wird der Bereich der Bowman-Membran mit 0,4–0,5 mJ Impulsenergie bestrahlt.
Wegen guter Ergebnisse ist die Idee entstanden, die Oberfläche der Hornhaut großflächig abzuschleifen und dadurch eine bessere und festere Bindung des Epithels zu erreichen. Dazu wurden Schleifgeräte mit grobem Diamantstaub genutzt. Heute wird dies durch einen Excimer-Laser ersetzt (s. unten).
In Lokalanästhesie wird die Hornhautoberfläche mit einer feinen Nadel angepikst (Punktion). Dies soll zu narbigen Veränderungen zwischen dem Epithel und der Hornhautoberfläche führen, die wiederum bei einer Verheilung des Defektes helfen.
- Phototherapeutische Keratektomie (PTK) mit Excimer-Laser
Der Eingriff wird normalerweise in topischer (Oberflächen-) Anästhesie durchgeführt. Nach der Entfernung des Epithels ist die Mitarbeit des Patienten gefordert, dieser soll einen festen Punkt mit den Augen fixieren. Nur bei einer exzentrischen oder peripheren Schädigung muss der Chirurg den Kopf oder das Auge des Patienten per Hand bewegen. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung eines Joysticks, um den Laserstrahl auf den erforderlichen Bereich zu richten.
Die PTK erfolgt mit einem Excimer-Laser (193 nm) und beruht auf dem Prinzip der Laserablation, wobei die Bindungen zwischen den Molekülen gekappt werden. Mit einem Laserpuls werden genau 0,25 Mikrometer Hornhautgewebe entfernt. Das heißt, die geforderte Formveränderung lässt sich genau planen, und die behandelte Oberfläche wird glatt und regelmäßig. Das verbessert die Sehfähigkeit. Bei der Behandlung einer rezidivierenden Hornhauterosion wollen wir ein neutrales Seh-Ergebnis, das heißt dass die ursprüngliche Dioptrien-Zahl beibehalten wird. In diesem Fall wird die Hornhaut nur etwa fünf bis sechs Mikrometer auf tief einer Fläche von sechs bis neun Millimetern Durchmesser entfernt.
Bei einer ansonsten gesunden Hornhaut lässt sich aber auch der therapeutische Effekt einer PTK mit der Behebung eines Refraktionsfehlers verbinden. Dann spricht man davon, dass eine PRK wie eine PTK durchgeführt wird. Auf diese Weise können Myopien sowie ein möglicherweise begleitender Astigmatismus behoben werden.
Nach dem Eingriff wird die Hornhautoberfläche mit einer therapeutischen Verbandslinse abgedeckt. Dies lindert die Schmerzen, die in den ersten zwei bis drei Tagen sehr intensiv sein können. Die Verbandslinse sollte zwei bis vier Wochen lang getragen werden. In dieser Zeit nimmt der Patient auch antibiotische Augentropfen. Nachdem die Linsen entfernt wurden, folgt das klassische Vorgehen zur Prävention von Hornhauterosionen, und das sind Lubrikantien.